Abonnieren Sie ganz einfach unsere News über RSS - FEED
CDL - News
Neuer demografischer Bericht: EU‑Bevölkerung wird älter und vielfältiger
Nach dem dritten Bericht zur Demografie, der heute in Zusammenarbeit mit Eurostat veröffentlicht wurde,
leben die Europäer länger und gesünder. Der Bericht zeigt auch, wie
sich die Struktur der europäischen Bevölkerung weiterhin dadurch
wandelt, dass die Zahl der Menschen, die älter als 60 Jahre sind,
jedes Jahr um 2 Millionen steigt. Er bestätigt die jüngsten Trends
und liefert neue Daten über Geburtenziffern, Lebenserwartung und
Bevölkerungs-wanderung unter besonderer Berücksichtigung von
Mobilität und Migration. Dabei zeigen sich eine geringfügige
Zunahme der Geburtenziffern und ein Anstieg der Lebenserwartung, da
die Europäer nunmehr für jedes Jahr eine zwei bis drei Monate
höhere Lebenserwartung aufweisen. Außerdem wird die Europäische
Union vielfältiger, und die Familienmuster verändern sich. Die
neuen Eurobarometer-Ergebnisse lassen darauf schließen, dass immer
mehr junge Europäer zum Arbeiten ins Ausland gehen. Dabei zeichnet
sich klarer denn je die Notwendigkeit ab, die EU‑Politik auf diese
Entwicklungen abzustimmen. Der Bericht enthält aktuelle Daten, die
in die europäische Diskussion über den demografischen Wandel
einfließen werden.
Anlässlich der Vorstellung des neuen Berichts auf der informellen
Ministertagung zum Thema Demografie und Familienpolitik in Budapest
sagte der für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige
EU-Kommissar, László Andor: „Die Lebenserwartung steigt, die Zahl
der Arbeitskräfte in Europa hingegen sinkt, und zwar in einigen
Mitgliedstaaten sogar rasant. Wir müssen unsere Politik darauf
abstimmen und dafür sorgen, dass Eltern Familie und Beruf besser
miteinander in Einklang bringen können. Außerdem müssen wir die
europäischen Bürger und Bürgerinnen durch entsprechende Maßnahmen
ermutigen, länger im Arbeitsleben zu bleiben.“ Er fügte hinzu: „Im
Rahmen der Strategie Europa 2020 der EU bemühen wir uns darum, die
Beschäftigung zu fördern und die Armut zu verringern. Um die
demografische Herausforderung bewältigen zu können, müssen wir
jedoch unsere Schwerpunkte auch in Bereichen wie Gesundheit,
Migration und Regionalpolitik setzen.“
Als positiver Trend zeichnet sich in dem Bericht ab, dass die
Geburtenziffer weiterhin langsam steigt. Sie hat sich bereits von
weniger als 1,45 Kinder je Frau auf 1,6 erhöht. Damit die
Bevölkerungszahl stabil bleibt, sind jedoch 2,1 Kinder je Frau
notwendig. Der Bericht verweist auf moderne Familienpolitik als
gute Möglichkeit, um die Beschäftigung zu verbessern, indem für
eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesorgt wird. Er
zeigt auch eine positive Korrelation zwischen der Berufstätigkeit
von Frauen und höheren Geburtenziffern.
Auch die Lebenserwartung ist beinahe stetig und einheitlich um etwa
2-3 Monate jedes Jahr angestiegen (2008 betrug die Lebenserwartung
in den 27 EU‑Mitgliedstaaten 76,4 Jahre bei Männern und 82,4 Jahre
bei Frauen). Sie bildet die Hauptursache für die Alterung der
Bevölkerung. Gleichzeitig gibt es geografische Unterschiede, denn
in vier Mitgliedstaaten (BG, LT, LV, RO) ist die Bevölkerungszahl
durch die natürliche Entwicklung (mehr Sterbefälle als Geburten)
und durch Auswanderung stark rückläufig. Die Bevölkerung
Mitteleuropas altert zurzeit langsam; dies wird sich jedoch ab
2030-2040 beschleunigen, und sie wird zur ältesten in der EU werden
(am ältesten in der Slowakei).
Der Bericht legt auch dar, wie das Bevölkerungswachstum in Europa
immer noch hauptsächlich durch die Einwanderung getragen wird. Etwa
1 bis 2 Millionen Nicht-EU-Bürger kommen pro Jahr in die
EU-Mitgliedstaaten, und auch die Mobilität innerhalb der EU hat
sich verstärkt. Bis 2060 wird sich der Anteil der Migranten und
ihrer Nachkommen verdoppeln. Obwohl sich die Netto-Einwanderung in
die EU infolge der Krise halbiert hat, steigt die Zahl der
Nicht-EU-Bürger innerhalb der Union immer noch an. Wie die
Datenlage zeigt, ist dies durch einen Rückgang der Migration zu
Beschäftigungszwecken bedingt; gleichzeitig ist die Zahl der
Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen zu Bildungszwecken jedoch
gestiegen.
Laut den neuen Daten erreichen die Migranten der zweiten Generation
tendenziell einen ähnlichen Bildungsgrad wie die Einheimischen und
streben nach dem gleichen Beschäftigungsniveau, werden jedoch immer
noch durch hohe Arbeitslosigkeit zurückgehalten. Gerade in diesem
Bereich muss die EU weiterhin eine aktive Integrationspolitik
verfolgen und Maßnahmen zur Integrationsförderung treffen.
Was die Mobilität innerhalb der EU betrifft, so zeigt die neue
Eurobarometer-Erhebung, dass jeder Fünfte der Befragten aus den 27
EU-Mitgliedstaaten entweder im Ausland gearbeitet oder studiert
hat, einen ausländischen Lebenspartner hat oder Immobilien im
Ausland besitzt. Jeder zehnte Befragte gab an, in den nächsten zehn
Jahren in einen anderen Mitgliedstaat ziehen zu wollen.
Hintergrund
Der Demografie-Bericht wird alle zwei Jahre von der Europäischen
Kommission veröffentlicht und enthält die neuesten Fakten und
Zahlen, die notwendig sind, um zu beurteilen, wo die
Mitgliedstaaten angesichts der Herausforderungen des demografischen
Wandels stehen. Dieses Jahr wurde der Bericht gemeinsam mit
Eurostat herausgegeben, und er legt besonderes Gewicht auf
Mobilität und Migration.
Der Bericht wurde in der Themenwoche „Europa für Familen – Familien
für Europa“ vorgelegt, einer Woche, die von der ungarischen
Präsidentschaft zur Sensibilisierung für Bevölkerungsfragen und
-politik in Budapest veranstaltet wurde. Die Kommission stellte
zudem die Ergebnisse einer Eurobarometer-Erhebung über neue
EU-Bürgerinnen und -Bürger vor. Die Erhebung wurde in Auftrag
gegeben, um Erkenntnisse über die Verbindungen der Menschen zu
anderen Ländern zu gewinnen. Diese Daten werden in die Diskussion
zur Vorbereitung einer eventuellen Mitteilung über Demografie und
das Europäische Jahr für aktives Altern 2012 einfließen.

