| Familienplanung
- die Mär von der
Bevölkerungsexplosion |
| Familienplanung: Über die Mär von der Bevölkerungsexplosion - eine politische Einordnung von Roland Rösler „Dieses Kind bräuchte nicht da zu sein" Bekannt ist von dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus das Werk ‘De origine et situ Germanorum’. In dieser geographisch-ethnographischen Schrift, der ‘Germania’ beschreibt er seinen römischen Mitbürgern vor nunmehr 19 Jahrhunderten das Leben der Menschen im fernen Germanien. Voll Respekt hält er in seiner Schilderung fest: „Die Zahl der Kinder zu beschränken oder eins aus den nachgeborenen Kindern zu töten, wird als eine Schandtat betrachtet, und mehr Kraft haben dort die guten Sitten als sonstwo die guten Gesetze." Heute - 2 Jahrtausendwenden später - finde ich, als Nachfahre in diesem ‘Germanien’, lebend, vor einiger Zeit in meiner Post eine Spendenaufforderung der ‘Deutschen Stiftung Weltbevölkerung’, die nun aber auch gar nicht mehr auch nur in die Nähe des - neu-deutsch gesprochen - eben zitierten ‘Life-Style in Germany’ gebracht werden kann. Es ist eine erlesene und höchst einflußreiche Gesellschaft, die diese DSW, die ‘Deutsche Stiftung Weltbevölkerung’, trägt und nach außen repräsentiert. Zu diesem erlauchten Kreis gehören beispielsweise der frühere Bundesumweltminister und jetzige Direktor des UNO-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker und der renomierte Journalist, Rolf Seelmann Eggebert, welcher als ehemaliger Chefkorrespondent des NDR eine Arbeitsgruppe innerhalb der Europäischen Rundfunkunion (EBU) gründete, die - weder in ein Vereinsregister eingetragen, noch auf der Grundlage einer Vereinssatzung - sich selbst als „One World-Group of Broadcasters" bezeichnet und bestrebt ist, Journalisten aus aller Welt zusammenführen, um den Gedanken der „One World", der „Einen Welt" zu fördern. Ein Beleg für den Einfluß der DSW ist die Tatsache, daß ihr Geschäftsführer, Hans Fleisch, der offiziellen Delegation der Bundesrepublik Deutschland auf der UN-Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo angehörte und dort auch als Sprecher deutscher (Regierungs)-Meinung auftrat. Solche erlauchten Persönlichkeiten schicken dann Spendenaufrufe mit der Bitte, ihre „Deutsche Stiftung Weltbevölkerung" zu unterstützen, denn „dieses Kind bräuchte nicht da zu sein"! So die Überschrift eines mir vorliegenden Originals. Darauf abgebildet ist ein kaffeebraunes junges Mädchen, das fröhlich lacht. Die Anzeige enthält den Hinweis, daß die Weltbevölkerung täglich um 240.000 Menschen anwächst. Dies sei ein Grund für die verstärkte Armut und die Instabilbität in allen Teilen der Welt. Jede dritte Schwangerschaft weltweit sei nicht nur ungeplant, sondern auch ungewollt. Über 300.000.000 Paare könnten ihr „Menschenrecht auf Familienplanung" nicht verwirklichen. „Es geht um Aufhebung, Verhütung und mehr." Und über diesem Bild und den ziterten Aussagen handschriftlich, groß über das ganze Blatt der Satz: „Dieses Kind bräuchte nicht da zu sein!" Wir wollen uns einige Aspekte dieses mit knappen Worten skizierten, dennoch aber sehr facettenreichen Bildes vor Augen führen. Ein Bild, welches uns so oft von morgens bis abends rund um die Uhr, Tag für Tag in den verschiedensten Facetten durch die Medien präsentiert wird, daß es schon als selbstverständlich hingenommen und kaum noch einmal ernsthaft hinterfragt wird, ob das, was uns die Medien an Bildern zeichnen, auch tatsächlich gegeben ist. Viele Perspektiven - verwirrte Bilder Dazu kommt, daß wir eine Fülle von Medien haben. Die Zahl der im Äther befindlichen Fernseh- und Rundfunksender, der Zeitungen, der Magazine ist in den letzten 20-30 Jahren in das Gigantische gewachsen, was zwangsläufig zu einer Mutierung von Nachrichten und Informationen führt. Jeder rennt dem Redaktionsschluß hinterher, weil man die neueste und aktuellste Nachricht haben möchte. Das Geschehen ist aber immer ein und dasselbe, und so versucht man zu verkürzen und auf Schlagzeilen zu reduzieren. Ein Kollege sagte mir vor einiger Zeit in einem Gespräch: Als ich studiert habe, mußte ich in die Bibliothek gehen, dann haben wir darum gekämpft, das Buch, welches wir benötigten, zu bekommen, und wenn es da war, haben wir stunden- und nächtelang daran gesessen und abgeschrieben, damit wir diese Information auch sicher haben. Dabei aber haben wir gelernt. Und wie geht es etlichen von uns heute schon? Ein Thema taucht auf, ran an unsere Computer, rein ins Internet, Stichwort in die Suchmaschine eingegeben, 3.000, 5.000, 10.000 Fundstellen zu einem Stichwort. Man geht mal schnell durch, was wichtig erscheint, wird abgespeichert. Gelesen haben wir nichts, aber wir wissen, daß es abgespeichert ist. Also glauben wir uns bestens informiert. Wenn wir die Informationen dann brauchen, um Entscheidungen zu treffen, nützt es uns gar nichts mehr zu wissen, daß wir sie irgendwo abgespeichert haben, denn wir haben nicht mehr die Zeit, sie abzurufen. So sieht es aus, wenn die Menschen über Überbevölkerung sprechen. Sie haben alle schon einmal etwas darüber gehört. Irgendwas ist irgendwo „abgespeichert". Was aber die korrekte, wichtige Information wäre, welche Bedeutung dem Schlagwort zuzuordnen ist - dazu hat man keine Zeit, solches zu vertiefen. Man muß versuchen, deutlich zu machen, was diese beständig wiederholten Begriffe „Überbevölkerung", „Klimakatastrophe", „Armutsbekämpfung", „Familienplanung" etc. Bedeuten und wie sie einzuordnen sind. Das wird schnell deutlich, wenn wir uns die Aussagen derjenigen vor Augen führen, die diese geballte Propagierung initiieren. Später werden wir noch versuchen darzustellen, wie sie sie transportieren. Bevölkerungspolitik - Familienplanung, einschließlich Abtreibung Der frühere UNO-Generalsekretär Bhutros Bhutros Ghali sagte im Vorfeld der Weltbevölkerungskonferenz von 1994 ganz klar und präzise: „Die Bevölkerungsfragen müssen in Verbindung mit der Entwicklungsproblematik und mit Entwicklungsfragen gesehen werden." Hier sieht er die Frage der Bevölkerung als Frage der Entwicklung eines Landes, einer Region, einer Nation. Die Vertreter der einzelnen Regionen, die in Kairo ihre Grußworte hielten, unterstrichen ihre Positionen, ihre Sichtweisen, und für die Europäische Union sprach damals Bundesinnenminister Manfred Kanther und betonte, daß Entwicklung, Entwicklungshilfepolitik, Entwicklungsförderung, Unterstützung für Länder der Dritten Welt im Zusammenhang mit Familienplanung, einschließlich reproduktiver Gesundheit gesehen werden müsse, wörtlich: „Bevölkerungspolitik...einschließlich reproduktive Gesundheit sowie Familienplanung." Ghali verknüpft Bevölkerungsplanung und Entwicklung, Die Europäische Union (Kanther) sieht Entwicklungsplanung verknüpft mit Familienplanung und reproduktiver Gesundheit. Und der frühere WHO Generaldirektor Halfdan Mahler stellt klar: „Die Abtreibung von der Familienplanung zu trennen, ist eine Verneinung grundlegender, von den Vereinten Nationen anerkannter Menschenrechte." Nun mag sich mancher sagen, Familienplanung, reproduktive Gesundheit, das klingt doch vernünftig. Wer plant nicht in seiner Familie? Heute ist es nun einmal so, daß Kinder nicht mehr angenommen werden, weil sie kommen, sondern in der breiten Masse der jungen heranwachsenden Menschen ist bewußt oder unbewußt eben ein Ja oder ein Nein zum Kind erforderlich. Das ist auch Familienplanung, aber nicht die, die gemeint ist, wenn auf internationaler Ebene oder von diesen sogenannten Familienplanungsorganisationen in organisierter Weise von Familienplanung gesprochen wird. Dort ist es „das Menschenrecht auf Abtreibung", das aus bevölkerungspolitischen Gründen mit in diesem Zusammenhang zu sehen ist, welches im Hintergrund steht und gemeint ist. Ganz deutlich hat dies ja - wie zitiert - der frühere WHO-Generaldirektor Mahler ausgesprochen. Familienplanung sei nicht von Abtreibung zu trennen, das hieße, grundlegend, von der UNO anerkannte Menschenrechte zu verneinen. Im Klartext also noch einmal, für die UNO gibt es ein „Menschenrecht" auf Abtreibung und Abtreibung gehört untrennbar zur Familienplanung bzw. umgekehrt, ein Familienplanungsprogramm ist ohne die Möglichkeit von Abtreibung ein unvollständiges Programm. Überbevölkerung - ein Kampfbegriff Wenn wir das bisher Ausgeführte zusammenfassen, werden wir sehr schnell feststellen, daß das Schlagwort ‘Überbevölkerung’ das ist, was es von je her war: ein ideologischer Kampfbegriff. Das Vorbringen einer behaupteten Überbevölkerung war immer ein Aspekt, der ins Spiel gebracht wurde, wenn es darum ging, Machtgefüge zu gestalten, zu erhalten, zu verändern. Bereits in den Schilderungen des Buches Exodus wird dies erkennbar, wenn man dort liest: „Da kam ein neuer König in Ägypten zur Herrschaft... Dieser sprach zu seinem Volke: ‘seht das Volk der Israeliten wird für uns zu zahlreich und zu stark. Wir wollen klug gegen es vorgehen, damit es nicht noch zahlreicher wird. ..." Darauf befahl der König von Ägypten den Hebammen...: „Wenn ihr den Hebräerinnen Geburtshilfe leistet, dann achtet auf die beiden Steine. Ist es ein Knabe, so tötet ihn; ist es ein Mädchen, so mag es am Leben bleiben." (Ex: 1; 8-10; 15,16) Während des Dritten Reiches in der Zeit der Nationalsozialisten sah man eine Bedrohung der eigenen Existenz in der hohen Geburtenrate der „Ostvölker", der Slawen, welch den selbst gewünschten „Lebensraum im Osten" immer dichter besiedelten. In der Stalinzeit der Sowjetunion, in den 20er Jahren, als Mißwirtschaft Hungersnöte über das Land brachte, machte man den Bauernstand, die Kulaken, als verantwortlich für das Leid des Volkes aus und man sprach davon, daß mit der Lösung der Kulakenfrage - dies bedeutete den Tod von Millionen - das Elend beseitigt wäre. In unserer Zeit bereitete sich die US-Amerikanische Administration auf die erste UN-Weltbevölke-rungskonferenz mit Beteiligung offizieller Regierungsdelegationen 1974 in Bukarest mit einem Memorandum vor, das im Ergebnis den Titel trägt: ‘Nationale Sicherheitsstudie, Memorandum 200 - Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit der USA und ihre Auslandsinteressen’. Selbstverständlich war dieses Dokument als „Confidential", „Vertraulich", eingestuft. Es beschrieb das „rapide Bevölkerungswachstum" in den für „erforderliche Maßnahmen" vorzusehenden „Zielländern" wo „malthusianische Zustände" zu erkennen wären. Es war immer so, daß in schwierigen Zeiten bestimmte soziologische Aspekte als Bevölkerungsproblem positiv oder negativ angesehen wurden. In unserem eigenen Land war in der Zeit der Weimarer Republik die Frage der „Volksaufartung" nach dem ersten Weltkrieg von besonderer „Dringlichkeit": weitverbreitetes Leid; viele Männer, die im Krieg geblieben waren, verkrüppelt wurden und nicht mehr an der nationalen Leistungsfähigkeit teilnehmen konnten. Da wurde die Notwendigkeit einer „Volksaufartung" diskutiert; es gelte besonders die Gesunden, Starken, Leistungsfähigen zu fördern. Nicht mehr der Mensch stand im Mittelpunkt des Geschehens, sondern seine Leistungsfähigkeit für den Wohlstand der Gesellschaft. Kontrolle des „Human-Kapital" Beflügelt wurde diese Diskussion in den frühen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts durch die um die Jahrhundertwende 1899/1900 neu entdeckten Möglichkeiten der Vererbungslehre, der Genetik, der Eugenik. Das hier zu nennende Stichwort ist der Sozialdarwinismus aus dem sich jenes eugenische Denken entwickelte, aus welchem Bilder von rassisch höher- oder minderwertigen Menschen, von wertem und unwertem Leben erwuchsen, die in ihrer politischen Umsetzung so viel Unheil über die Menschen gebracht haben. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bestimmten mehr und mehr ökologische, umweltpolitische, globale Verantwortung die Begründungen politischen Handelns. Beide Paradigmen, oder eigentlich doch nur das gleiche Denkmuster in verschiedenen Erscheinungsformen, haben letztlich eins gemeinsam: der Mensch wird nicht mehr als Individuum gesehen, sondern als eine wirtschaftliche Ressource, als „Human-Kapital" wie man es auch in offiziellen und regierungsamtlichen Veröffentlichungen nachlesen kann. Der Mensch wird zum Objekt des Handelns; er ist nicht mehr Subjekt. Ganz klar war dies 1994 in den Diskussionen der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo erkennbar. Dort wurden am deutlichsten letzte Vorbereitungen für die Verwirklichung eines Menschenrechts des Grauens gelegt, was auf der ein Jahr später stattfindenden UN-Frauenkonferenz 1995 in Peking besonders unterstrichen wurde: der Mensch wird Objekt des Handelns und das vorrangig im Blickfeld der Handelnden stehende Objekt ihres Strebens nach der „One World" ist die Frau. Ihr wird eine entscheidende Rolle beim Aufbau dieser, durch Menschen von menschlichem Leid erlösten, dann visonär glücklich gesehenen neuen „Eine(n) Welt" auferlegt; sie ist in diesen globalen Visionen Planungsobjekt für eine neue Weltordnung, die es aufzubauen gilt und die auch immer wieder in den Schriften, Erklärungen, Resolutionen der Vereinten Nationen wiederkehren und an denen die internationalen Organisationen vehement arbeiten. Diese heute immer klarer erkennbar werdende Entwicklung wurde erstmals öffentlich beschrieben und festgelegt auf der Menschenrechtskonferenz der Vereinten Nationen 1968 in Teheran. Damals beschloß man mit der „Teheraner Erklärung" das sogenannte Menschenrecht auf „Familienplanung". Man nannte es in den offiziellen Dokumenten „das Grundrecht von Einzelnen und Paaren, frei und verantwortlich die Zahl und den Abstand ihrer Kinder zu bestimmen." Damit war eine wichtige Verankerung dessen gelungen, was im Jahr zuvor John D. Rockefeller III. in einer von ihm verfaßten und von 30 Staatschefs dieser Erde unterzeichneten „Erklärung der Führer der Welt" niedergeschrieben hatte. Am 11. Dezember 1967, dem Tag der Menschenrechte der Vereinten Nationen, wurde diese Erklärung dem damaligen UN-Generalsekretär U Thant überreicht. Zentrale Aussage dieses Dokuments war der Hinweis darauf, daß die große Sorge der in dieser Welt Verantwortlichen dem ungeplanten Bevölkerungswachstum gelte. Dieses gelte es zu kontrollieren, damit die in ihrer Gesamtheit reduzierte Zahl von Menschen nicht die Ressourcen dieser Erde verbrauche und jeder die Chance habe, frei und glücklich zu seiner vollen Leistungsfähigkeit zu entscheiden. Erste Wirkung zeigte das Überreichen der „Erklärung der Führer der Welt" in der Bildung eines „Bevölkerungsausschusses" beim Generalsekretär der UN, aus dem später der heutige „UN-Welt-bevölkerungsfonds" (UNFPA) hervorging. Weiter folgten dieser Erklärung von 1967 und der Konferenz von 1968 im Jahr 1971 ein Programm der Weltgesundheitsorganisation WHO, was nach finanziellen Mitteln das bestausgestattetste und bis dahin in dieser Größenordnung nie dagewesene war, die Einrichtung des sogenannten „Human Reproduction Programme - HRP", eines „Sonderprogramms für Entwicklung, Forschung und Forschungsaussbildung auf dem Gebiet menschlicher Fortpflanzung", wie die vollständige Bezeichnung lautet. Personen und Gremien In Zusammenarbeit mit dem UN-Entwicklungshilfeprogramm, dem UN-Bevölkerungsfonds und der Weltbank wurde und wird dieses Programm durch die Jahre unterstützt mit massivem finanziellem Einsatz der Vereinten Nationen, die ihre Gelder wiederum von unseren nationalen Regierungen bekommen. Unter anderen war Mitarbeiter in diesem Programm - um nur ein kurzes Schlaglicht darauf zu werfen, was das Programm geleistet hat und leistet - ein gewisser Etienne-Emile Baulieu. Dieser war ein Schüler von Gregory Pincus. Pincus war ein Freund von Margret Sanger. Diese war Begründerin der amerikanischen Geburtskontrolliga zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, aus der die heutige Familienplanungsorganisation für Amerika und die Internationale Familienplanungsorganisation IPPF hervorgingen. IPPF wiederum ist, wenn man so will, heute die mächtigste nichtstaatliche Organisation (NGO) und beutendster Partner des UN-Bevölkerungsfonds. Sie ist auch die Dachorganisation der deutschen Familienplanungsorganisation „pro familia". Schon vor dem Zweiten Weltkrieg agierte Margret Sanger mit den Personen, die nach dem Zweiten Weltkrieg sich unter dem Namen „Pro Familia" erneut zusammenfanden. Gemeinsam gründete man die internationale Familienplanungsorganisation, abgekürzt IPPF. Diese ist - wie gesagt - heute der Exekutivarm des UN-Bevölkerungsfonds, der entstanden ist aufgrund einer Spende, die Rockefeller an die UN gemacht hat. Aus dieser Spende heraus entwickelte sich dann dieser sogenannte UN-Bevölkerungsfond. Margret Sanger war befreundet mit Gregory Pincus, bekanntgeworden als ‘Vater der Pille’. Es ist belegt, daß in Gesprächen mit ihm, von Margret Sanger der Wunsch ausging, die Bevölkerung zu kontrollieren und dafür geeignete und wirksame Mittel zu erhalten, eine - wie es später in der wissenschaftlichen Literatur genannt wurde - zumindest zeitweise „chemische Sterilisation" zu ermöglichen. Schließlich fühlte man sich ja berufen, Armut und Leid in der Welt zu beseitigen. Aus den Schriften von Margret Sanger ist nachzuvollziehen, daß die Armut, das Hauptargument für Geburtenkontrolle in der damaligen Zeit, so beseitigt werden sollte, daß man die Armen beseitigte, daß Arme keine Kinder mehr zur Welt brächten. Man brauche sich dann nicht mehr um Arme zu kümmern. Man denke nicht, daß dieses Denken ausgestorben ist. Im Weltentwicklungsbericht der Weltbank von 2000/01 steht genauso wie in dem von 1980 und 1990 unter der Überschrift „Armutsbekämpfung", daß Frauen durch Programme zur „reproduktiven Gesundheit" „ermächtigt" werden müssten, über Zahl und Abstand ihrer Kinder (man erinnere sich an die ‘Teheraner Erklärung’) selbst zu bestimmen. Helfen sollen dabei staatliche Familienplanungsprogramme mit dem Ziel über das Hinausschieben von Heirat, Kinderbekommen, das Reduzieren von Empfängnis, soziale Strukturen zu ändern und Einfluß zu nehmen auf die aus westlicher Sicht „verkrusteten" Gesellschaftsstrukturen der Dritten Welt, welche der Leistungsfähigkeit, die wir für unser Leben in der ersten Welt benötigen, so nicht entsprechen. „Ulmer Denkschrift" - verdrängte Warnung Zurück zu Gregory Pincus. Er entwickelte also die Pille, die 1960 und in den Folgejahren in Deutschland mit eingeführt wurde. In der als „Ulmer Denkschrift" bekanntgewordenen Schrift des Gründers der „Europäischen Ärzteaktion", Dr. Siegfried Ernst, protestierten 1964 über 400 Ärzte und Hochschullehrer gegen die mit der Einführung der Pille einhergehende Verhütungspropaganda in Deutschland. Sie warnten öffentlich und gegenüber der damaligen Gesundheitsministerin, Frau Prof. Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, davor, daß zwangsläufig die Einführung eines solchen Präparates und die damit verbundene Trennung von Sexualität und Fortpflanzung zu tiefgreifenden gesllschaftlichen Veränderungen führen würde. Diese Stimmen wurden nicht gehört, aber man beklagte im Laufe der folgenden Jahre, daß wir immer weniger Kinder in Deutschland geboren wurden. Seit 1972 ist in Deutschland die jährliche Sterbeziffer höher als die Geburtenziffer. Man registriert seit Jahren steigende Zahlen bei Ehescheidungen, wachsende Zahlen der ‘Ein-Personen-Haushalte’, eine Zunahme an verhaltensauffälligen oder verhaltensgestörten Jugendlichen. Die Kriminalstatistiken dokumentieren einen Teils dramatischen Anstieg der Jugendkriminalität. Das Statistische Bundesamt verzeichnet regelmäßig weit über hundertausend Abtreibungen - mit steigender Tendenz und Medien beklagen eine besorgniserregende Zunahme von Teenager-Schwangerschaften. Die Bereitschaft sich einzuordnen, Gemeinschaft zu bilden, Bindungen einzugehen, auf den anderen zuzugehen, schwindet immer mehr, während andererseits immer deutlicher das utilitaristische Denken - das für mich größte persönliche Glück - zunimmt. Das sind die Folgen der Verhütungspropaganda und der Pille, vor denen die ‘Ulmer Denkschrift’ gewarnt hatte und derentwegen die Politik heute laut über einen „demographischen Faktor" nachdenkt, welchen es in unsere sozialen Sicherungssysteme einzubauen gelte, wenn nicht alles zusammenbrechen soll. Noch einmal Pincus. Er hatte einen guten Freund, der lange in einem chemischen Labor in Paris tätig war, mit in die Gremien des WHO-Progrmms für menschliche Fortpflanzung, HRP, gerufen. Etienne-Emile Baulieu, dem Freund von Pincus, gelangte zur Kenntnis, daß in seinem ehemaligen Pariser Pharmaunternehmen Wissenschaftler, auf der Suche nach einem neuen Herz- Kreislaufmittel einen Stoff gefunden, der sich auch als schwangerschaftsbeendendes Präparat nutzen lies. Dies erweckte Interesse bei den am HRP Mitwirkenden. Beaulieu legte sein Amt bei der HRP nieder, marschierte zurück nach Paris und förderte die weitere Entwicklung dieses Mittels - was ja ursprünglich für ganz andere Anwendungen erforscht wurde - als Abtreibungspille. Bekannt geworden ist das Präparat unter dem Namen RU 486. Man kann an diesem Beispiel sehr gut nachvollziehen, wie über persönliche Bekanntschaften, aus der Mitarbeit in Gremien, die mit Millionen/Milliarden Steuergeldern der Bürger rund um den Globus gebildet wurden, Gedanken kommen und sich fortpflanzen, sich Institutionen bilden und unterstützt werden, wie man zusammen arbeitet, um das große Ziel der „Einen Welt" mit der in ihrer Zahl kontrollierten Weltbevölkerung zu erreichen, damit der Mensch glücklich und nicht länger „das Krebsgeschwür des Planeten" (Pestel/Club of Rome) sei. Handel, den es nicht gibt ? Neben der IPPF ist für das Wirken des UN-Weltbevölkerungsfonds ein zweites sehr enges Mitarbeits- und „Innovationsgremium" der sogenannte Population Council, der von dem schon erwähnten John D. Rockefeller 3rd gegründet wurde und der Wissenschaftler der ganzen Welt, die sich mit Genetik, mit Krebsforschung , mit Mikrobiologie, mit Zellforschung usw. befassen fördert. Wer ein interessantes, der Bevölkerungskontrolle anscheinend dienliches Forschungsprojekt hat, wird finanziell unterstützt, was wiederum das Ansehen der geförderten Person auf nationaler Ebene in besonderer Weise heraushebt. So ist über die Jahre hinweg ein Bild entstanden, dem entgegenzutreten fast unmöglich erscheint. Wenn jemand aus unserer Ebene versucht, sich kritisch zu informieren und diese Informationen weiterzugeben, dann wird erst einmal solche Information negiert oder beiseitegeschoben, in der Hauptsache nicht zur Kenntnis genommen, oder - wenn sich das nicht verhindern läßt - die Qualifikation dieses, dem Zeitgeist widersprechenden Menschen in Zweifel gezogen. Unsere heutigen Diskussionen über Stammzellforschung, Embryoexperimente, Präimplamtationsdiagnostik, über das Wiedererwachen des Euthanasiegedankens, nicht nur in den Niederlanden, erinnere ich mich an die Veröffentlichungen in der Arbeitsgemeinschaft Artikel 1 GG und unsere Warnungen, in genau diese Situationen zu geraten, wie sie nun in Ethikräten und Kommissionen als „schwierig zu beantwortende etische Entscheidung" diskutiert werden. Es ist jetzt rund 20 Jahre her, daß ich zu dem Themenkreis Abtreibung, Embryoforschung und -handel etc. im Hessischen Landtag zur ersten Hälfte der 80er Jahre eine kleine Anfrage einreichte: Damals hat man zuerst in der eigenen Fraktion ungläubig reagiert: Experimente mit Menschen, Embryohandel, daraus hergestellte Zellkulturen? - reine Fiktion wissenschaftlicher Sonderlinge! Früher oder später ging diese Anfrage durch und führte dazu, daß Medien groß berichteten. Die beiden damaligen Sozialminister Claus in Hessen und Heiner Geisler in Bonn machten sich in gegenseitigem Schriftwechsel Gedanken darüber, was dieser wildgewordene Hinterbänkler aus dem Hessischen Landtag für eine Gefährdung für das beschließen eines Transplantationsgesetzes, für die Organspende allgemein bedeute. Damals kam ein Journalist zu mir nach Hause und wollte mich - da ich ja Berufssoldat war - gern mit Stahlhelm auf dem Kopf und einer Fötusplastik in der Hand fotografieren. Sein später im ‘Stern’ erschienener Beitrag, den er ohne das gewünschte Bild erhalten zu haben veröffentlichte, stand unter dem Titel: „Der rasende Roland" und schilderte aus der Perspektive des nicht glauben wollenden Journalisten, „wie der hessische CDU-Landtagsabgeordnete...einem schwunghaften Handel mit abgetriebenen Embryos auf die Spur kam – den es gar nicht gibt." „Weltbevölkerungs-Aktionsplan" Wie wir alle heute erkennen können, ist die Entwicklung weitergegangen. Das WHO-Programm für menschliche Fortpflanzung arbeitet weiter. Inzwischen diskutieren wir in breiter Öffentlichkeit über den Verbrauch und die Nutzung von Embryonen. Familienplanungsprogramme werden für Kosovo und Afghanistan gefordert und über Weltbankkredite bezahlt. Die UN-Konferenzen wurden von mal zu mal größer. Nach der vorhin erwähnten Konferenz von Teheran 1968 folgte 1974 die erste Weltbevölkerungskonferenz in Bukarest. Man beschloß dort den „Weltbevölkerungs-Aktionsplan" und vereinbarte, sich alle zehn Jahre wieder zu treffen und alle fünf Jahre eine Zwischenkonferenz durchzuführen. Die folgenden Weltbevölkerungskonferenzen, 1984 in Mexiko City und 1994 in Kairo, standen alle unter dieser Überschrift: Überbevölkerung, Menschen müssen reduziert werden. Es müssen alle politischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten zur Erlangung dieses Zieles eingesetzt bzw. gefördert werden. Das gleiche galt bereits für die 1992 stattgefundene Umweltkonferenz in Rio de Janeiro: Umwelt und Entwicklung, wo die berüchtigte Agenda 21 beschlossen wurde, der man heute vor Ort, zu Hause in jeder Gemeinde begegnen kann; fast immer, wenn sich irgendeine Initiativgruppe wieder einmal aufmacht mit dem Hinweis, daß man ab jetzt etwas für die Umwelt tun müsse, steht diese Agenda 21 im Hintergrund. Über die Jahrzehnte hinweg, seit die UNO 1970 das Thema Umwelt auf die Tagesordnung setzte, kann man feststellen, daß Umweltpolitik mehr und mehr ein ideologisches Hilfsmittel für diese Ideologie der Überbevölkerung geworden ist. 1992 die Umweltkonferenz in Rio, 1994 die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo, 1995 die Weltfrauenkonferenz in Peking, eine Konferenz jagt die andere - und immer wieder dieselben Themen, dieselben Argumente, wie man nachlesen kann: Es gibt zu viele Menschen auf der Welt, die Menschen verbrauchen die Ressourcen, wir müssen dafür sorgen, daß dieses unkontrollierte Bevölkerungswachstum gesteuert wird, damit wir eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung haben. Dafür fördern wir Abtreibungs-, Familienplanungsprogramme, Programme für die „reproduktive Gesundheit". Art der „Entwicklungshilfe" Die IPPF hat es zugegeben, obwohl in den Konferenzpapieren immer wieder das Gegenteil behauptet wird, ist Abtreibung ein Mittel der Familienplanung, sie ist sehr wohl ein „Mittel der Familienplanung". Und - wie gesagt - die IPPF hat im Oktober vergangenen Jahres deutlich zugegeben, daß sie in diesem Jahr auf internantionaler Ebene, entsprechend ihrer gefaßten Beschlüsse und internationalen Erklärungen, auch Mittel für Abtreibungsprogramme in Ländern der Dritten Welt ausgegeben hat. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum es im Frühjahr dieses Jahres eine globale Aufregung gab, als dieser „Farmer" Bush in Amt und Würde kam und als eine erste Maßnahme ein Gesetz bzw. eine Verordnung wieder in Kraft setzte, die Ronald Reagan damals beschlossen, George Bush, der Vater des jetzigen Präsidenten, fortgeführt und die Bill Clinton als erste Maßnahme seiner Regierung aufgehoben hatte, nämlich keine amerikanischen Steuergelder für Organisationen zur Verfügung zu stellen, die Abtreibung fördern oder Abtreibnungsprogramme auf internationaler Ebene unterstützen. Die Generaldirektorin der IPPF, des Dachverbandes der deutschen Pro Familia, inzwischen eine Deutsche, Ingar Brüggemann war es, die in einer Presseerklärung laut und deutlich verkündet, „Diese Mexiko-City-Politik werden wir nicht mitmachen", dies sei ein „bad rule", ein schlechtes Gesetz, das man den Familienplanungsverbänden auferlege. Die Abtreibung ist keine Methode der Familienplanung, wiederholte sie an dieser Stelle, und durch die Maßnahme des Präsidenten werde den Ländern der Dritten Welt Schaden zugefügt. Man wisse doch um die Problematik der HIV-Infektionen in diesen Ländern. Iin einigen Ländern gebe es „dramatische Zahlen" von Infizierten, und gerade die Armen würden am meisten darunter leiden. Deren Grundgesundheitsversorgung könne nicht mehr erhalten werden. Das sind schon zynische Äußerungen, die in solchen Zusammenhängen oft genmacht werden. Die Erklärung der Präsidentin der internationalen Familienplanungsföderation IPPF wurde unterstützt von dem Präsidenten der Organisation „Zero Population Growth" in den Vereinigten Staaten, einer Organisation, die seit vielen Jahrzehnten in den USA für ein „Null-Wachstum" der Bevölkerung eintritt. Die Aussagen dieser Organisation ähnelten jenen der IPPF, ich erwähne aber „Zero Population Growth" deshalb, weil diese Organiation sehr eng verbunden ist mit der deutschen Stiftung „Weltbevölkerung" in einer Gruppe, die sich Euro-NGO nennt und die nach eigenen Worten versuchen, für sexuelle und reproduktive Gesundheit für die Rechte der Bevölkerung und Entwicklung einzutreten. EuroNGOs bietet auf ihrer Internetseite zur Begrüßung dem Betrachter eine Pyramide an, ähnlich jener auf der Ein-Dollar-Note der Vereinigten Staaten. Diese Organisationen werden unterstützt von Erkenntnissen der CIA, von staatlichen Seiten. Und der Direktor des CIA schreibt an diese Euro Population Group im Dezember des vergangenen Jahres, er habe mit großer Freude die Dokumentation globale Trends zum Jahre 2015 präsentiert, die in Zusammenarbeit zwischen dem nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten und dem CIA sowie nichtstaatlichen Organisationen nun gerade fertiggestellt sei und jetzt in einer globalen Betrachtung die Entwicklung der Bevölkerung für 14 Jahre ab dem Jahre 2000 in den einzelnen Staaten und Regionen der Welt aufzeige und darstelle, welche Hilfsmöglichkeiten durch die Organisationen in den jeweiligen Staaten und Regionen anzubieten seien. Er betont noch erinmal ausdrücklich, daß dies eine Studie sei, die diesmal in aller Öffentlichkeit und nicht geheim erstellt worden sei. Die Art der „Entwicklungshilfe" einiger dieser internationalen Organisationen kann man nachvollziehen, wenn man deren Hilfsprogramme und internationlae Zusammenarbeit in Staaten der Dritten Welt genauer betrachtet. Ganz besonders tut sich hier das amerikanische Büro für Entwicklungshilfe die USAID hervor. Interessanterweise hat die US-amerikanische Entwicklungshilfebehörde in ihrer Internetpräsentation eine Fülle von Vorstellungen über die Maßnahmen, die entwicklungshilfebedürftigen Ländern anzubieten seien, aufgenommen, darunter ganz konkret eine sehr ausführliche präzise Seite für die Philippinen. Das Bevölkerungs-Forschungsinstitut der ‘Human Life International’ beschreibt in einem Bericht, warum denn gerade die Philippinen in einem besonderen Beitrag plakativ als Ziel entwicklungspolitischer Interventionen dargestellt würden. Dazu muß man den Hintergrund kennen, daß die Philippinen nach wie vor das einzige katholische Land dieser Region sind. Deswegen bemüht man sich seit Jahren mit unseren Steuergeldern containerweise Hilfsmittel der Familienplanung, Kondome etc. In das Land zu bringen. Schließlich haben ja schon frühere, in den Schriften des Popualtion Council veröffentlichte Studien aus den USA belegt, daß die Einfuhr von Verhütungsmitteln „das Ende der katholischen Fruchtbarkeit" bewirke. Ein preiswertes und wirksames Mittel für Bevölkerungskontrolleure. Es scheint einfach, damit diesen Glauben, der von den Menschen dort gelebt - oftmals in einer intensiveren und fröhlicheren Weise als bei uns gelebt wird - als eines der Hemmnise auf dem Weg zu der erstrebten neuen Weltordnung, der „One World", zu beseitigen. Reduzierung der Fruchtbarkeitsrate Die auf der erwähnten Internetseite vorgeschlagenen Maßnahmen, die empfohlene „Hilfe am Menschen", die zu leisten man vorschlägt: Überschrift: Kapitel:
„Bevölkerung, Gesundheit und
Ernährung", Beschreibung „Zweck: Reduzierung der
Fruchtbarkeitsrate und Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit, zur
Vermeidung des raschen Anstiges von HIV- und anderen Infektionen,
infiziösen Erkrankungen."
Im nicht-staatlichen Bereich wirbt der USAID bei privaten
Stiftungen,
z.B. der Friendly Care Foundation, dafür, „Programme und
Maßnahmen für die medizinische Grundversorgung und der
Familienplanung zu diesem Zweck rascher voranzutreiben." Wenn es dann
jemand wagt, sich gegen solche Programme zu wenden, die seine Regierung
beschlossen hat, dann kann er kurze Zeit später, wie es
jüngst vor einigen Tagen eine amerikanische Nachrichtenagentur
berichtete, den Abgeordenten in Washington darüber berichten,
daß er als ehemaliges Regierungsmitglied Nicaraguas aus dem Amt
des Familienministers entlassen worden ist. Entlassen, weil von Seiten
des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und der
Skandinavischen Länder Druck auf seine Regierung ausgeübt
wurde. Er hatte als Familienminister seine Entscheidungsbefugnis
über den Vollzug solcher Programme genutzt, diese nicht zu
vollziehen. Es handelte sich dabei um „Entwicklungshilfeprogramme" ähnlich jenem, über das in deutschen Medien zu erfahren war, daß 14.000.000 DM Deutsche Entwicklungshilfe für die Beschaffung von Kondomen in Nepal zur Verfügung gestellt wurden, weil mit diesen Kondomen dem rapiden Bevölkerungs wachstum in dieser Region begegnet werden solle. Immerhin wachse die Bevölkerung dort jährlich um 2,5%. Tatsächlich ist die Nepalesische Bevölkerung in dem Zehnjahreszeitraum von 1990 bis 2000 bei einem Gesamtanteil von 0,37% an der Weltbevölkerung auf 0,38% gestiegen. Das ist die dramamtische Bevölkerungsentwicklung, die unsere Existenz und unsere wirtschaftliche Entwicklung so gefährdet, daß sie den Einsatz von 14 Millionen DM zur Beschaffung der dringend benötigten Kondome zu Lasten des deutschen Steuerzahlers rechtfertigen. Botschafter für Weltbevölkerung Man arbeitet daran, diese Bilder zu verfestigen und zu vertiefen, von klein auf schon Kindern einzuimpfen. Nun veranstaltete sogar die Konrad-Adenauer-Stiftung Seminare in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Die DSW ist - wie ja schon früher angeführt - eine der Propagandistinnen der These der Überbevölkerung". Jetzt unterstützt sie in Afrika eigene Projekte mit dem von der UNESCO zum „Botschafter für Weltbevölkerung" ernannten Alfred Biolek. Biolek machte nicht nur im Deutschen Fernsehen bei Gottschalks „wetten daß...?" Werbung für die entsprechenden Familienplanungsprogramme, er ist auch bekannt dafür, daß er dem Gesetz über gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht gerade feindlich gegenübersteht. Makaber wirkt es da, wenn er dafür wirbt, daß man möglichst keine oder wenige Kinder bekommt. „Entwicklungspolitische Möglichkeiten der Unterhaltungsmedien" - so der Programmtitel der gemeinsamen Veranstaltung von DSW, Konrad-Adenauer-Stiftung und Deutsche Welle am Freitag, 30. März 2001, 10.00-17.00 Uhr, in Berlin. Dies ist eine der zahlreichen Veranstaltungen, die immer wieder stattfinden, wo man ganz deutlich darüber diskutiert wird, ob: Seifenopern wie beispielsweise „Gute Zeiten - schlechte Zeiten" oder „unter uns" - Serien, wie sie Kinder angeboten erhalten, wenn sie aus der Schule kommen und ohne Elternkontrolle sehen, falls nicht gerade eine das pubertierende Kind mehr anstachelnde Talk-Show über irgendwelche sexuellen Gelüste schwadroniert - eine Vorbildfunktion haben können. Man trifft sich seit Jahren, Jahrzehnten, immer wieder auf solchen Kongressen - ob Ebert-Stiftung, ob amerikanische Institutionen, in Los Angeles, in Hollywood oder hier bei uns - und berät darüber, ob und wie „verantwortungsbewußtes Verhalten" in Fragen der Familienplanung, der Überbevölkerung, der Umwelt etc. durch Serien der beschriebenen Art transportiert werden könne oder solle. Es empfiehlt sich, einmal die Programme, z.B. das Fernsehprogramm einer Woche in irgendeinem Sender ganauer anzusehen. Sie werden nicht in einer einzigen Sendung eine normale intakte Familie finden, Vater, Mutter und Kinder, die sich an den Tisch setzen und - man stelle sich das einmal vor - vielleicht auch noch gemeinsam beten. Ausnahmen sind hier nur Wiederholungen alter Serien, wie beispielsweise „Unsere kleine Farm". Verfestigt werden die unbewußt, unreflektiert aufgenommenen Bilder durch hochoffizielle Ereignisse und ausführliche Berichterstattung darüber, wie beispielsweise einem Kindergipfel der Vereinten Nationen im September dieses Jahres, wo jetzt schon wieder durch heftige heftige Diskussionen im Vorfeld bekannt wurde, daß Versuche gestartet werden, nicht mehr von Familie, sondern nur noch von Familien zu sprechen. Auf den ersten Blick unverfänglich. Dieser feine Unterschied bedeutet jedoch, wie man aus früheren Debatten weiß: Familie ist eine eurozentristische Betrachtungsweise, ein überkommenes Bild, das eben Mann, Frau und Kinder beschreibt. Familien aber sind die unterschiedlichsten Lebensgemeinschaften, wie immer man sie haben will, oder wie es in der Koalitionsvereinbarung unserer jetzigen Bundesregierung heißt, sie ist dort, wo Kinder aufwachsen. Man versucht über Programme dieser Art - ob Pro Familia in deutsch oder mit Unterstützung von BBC-World - die erwünschten Bilder zu transportieren, an junge Menschen heranzugehen, ihnen ein anderes Bild von Sexualität zu vermitteln, als jenes, was man mit „katholischer Fruchtbarkeit" beschrieben selbst als Hemmnis auf dem Weg zur „Einen Welt" empfindet. Man versucht über diese Wege das zu erreichen, was ich Ihnen letztendlich als Ziel versucht habe hier aufzuzeigen: eine gelenkte, gesteuerte, auf die Vorstellung der „Führer der Welt" hin ausgerichtete „One World" des „Wassermann-Zeitalters" zu schaffen; Macht auszuüben. Wie macht man das? Wie macht man das? Ich will Ihnen ein konkretes Beispiel aus unserem Land vor Augen führen. 1986, am 15. Januar, fragt „Die Welt" in einem Beitrag: „Machten Bonner Beamte drei Minister zu Marionetten ?" „Enthüllungen eines ehemaligen Staatssekretärs", so die zweite Überschrift, waren Anlaß für diese Frage. Der Bericht schilderte, daß der damalige Staatssektretär Hartkopf (FDP) in einer Veranstaltung des Deutschen Beamtenbundes voll Stolz darüber berichtet hatte, wie er mit einigen seiner Kollegen, Fachbeamten, praktisch die deutsche Umweltschutzbewegung aus der Taufe gehoben hat. 1970 erklärten die Vereinten Nationen die Umweltpolitik zu einem zentralen Anliegen, das der Aufmerksamkeit der UN und ihrer Mitgliedersregierungen anzuempfehlen sei. Es gab zu der damaligen Zeit schon viele umweltpolitische Bestrebungen, die beispielsweise auf die Reinhaltung der Luft oder des Wassers in der Bundesrepublik gerichtet waren. (Gesetze zur Reinhaltung der Luft, des Wassers, wurden schon 1952/53 erlassen.) Aber diese Bestrebungen und vereinzelten Initiativen waren nicht das ideologische Kampfmittel, das man im Rahmen der hier angesprochenen Bevölkerungspolitik brauchte. Dieser Staatssekretär Hartkopf berichtet nun, daß er eine Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen initiiert habe. Diese förderte den Zusammenschluß der Bürgerinitiativen, die dann bekannt wurden unter dem Namen „Bundesverband Bürgerinitiative Umweltschutz - BBU", aus dem zum Teil die heutigen „Grünen" hervorgingen. Weiter berichtete Hartkopf, wie es ihm gelungen war, damals die Konferenz, auf der Bundeskanzler Helmut Schmidt am 03. Juli 1975 auf Schloß Gymnich mit der Wirtschaft über den Abbau des entstandenen 50-Milliarden-Investitionsstaus beraten wollte, in konspirativer Weise, mittels ökologischer Propaganda, zu unterlaufen. Die Vertreter der Wirtschaft waren nicht darauf vorbereitet, mit welchen Propaganda-Argumenten die von einer konspirativ arbeitenden Verwaltung initiierte Umweltlobby ihnen dort begegnete. Die Reaktion war nur ein großes Erstaunen, wie man denn überhaupt solche Fragen stellen könne. Den von einer auf das Weltuntergangsszenario des Club of Rome (‘Die Grenzen des Wachstums’) erfüllten Sichtweise und davon geprägten, durch eine von Sendungsbewußtsein erfüllte Gruppe von Beamten in die selbst geschaffene Umweltlobby initiierten und von dort dann übernommenen, durch eine (teilweise) konspirativ arbeitende Verwaltung unter Staatssekretär Hartkopf in offizielle Vorlagen gewandelten Papieren, hatte die Wirtschaftsseite nichts gleichwertiges entgegen zu halten. Das 50-Milliarden-Investitionsprogramm für die deutsche Wirtschaft war erfolgreich mit Malthusianischen Thesen (Mit der Zunahme der Weltbevölkerung und dadurch bedingte Umweltverschmutzung und Landverbrauch werden die Grenzen des Wachstums erreicht; Hunger, Elend und Umweltkatastrophen sind die Folgen) zu Fall gebracht. Eine vergleichbare Konferenz gabe es nie wieder. Die Folgen solcher Ereignisse spüren wir heute aber überdeutlich, ohne daß die meisten Menschen sich der Ursachen bewußt sind. Satelliten für „Zielländer" Man kann viele Entwicklungen und Ereignisse unserer Tage nachvollziehen, wenn man beispielsweise die früher erwähnte Sicherheitsstudie aus dem Jahr 1974 über die Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheitsinteressen der USA nachliest und sich die heutige Situation in den Ländern vor Augen führt, die in dieser Studie wegen ihres als bedrohlich erachteten Bevölkerungswachstums als „Zielländer" für Bevölkerungspolitisches Handeln benannt sind. Wenn Sie diese Studien, die damals allerdings als „Vertraulich" eingestuft wurden, mitverfaßt von dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger, kennen, ergibt so manche Tagesnachricht plötzlich einen sinnvollen Zusammenhang. In der zitierten Studie wird die Frage gestellt nach den Auswirkungen des ungeplanten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit und die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten. Hier rückt die Bevölkerungspolitik wieder in den Mittelpunkt derer, die Macht ausüben. In diesem Programm ist detailliert aufgelistet, was in den Ländern mit als stark angesehenem Bevölkerungswachstum im Blickpunkt stehen müßte, worauf man das Bemühen konzentrieren sollte. Und zu diesem Bemühen gehören ganz bestimmte Maßnahmen über die kulturellen und sozialen Bedingungen in diesen Ländern über die zur Verfügungstellung von Gesundheitsgrundversorgungen, die Familienplanung beinhalten, Zugang zu sicherer Abtreibung. Wie gewinne ich nun die Menschen dafür? Über Satelliten - so schon in der Studie von 1974 festgehalten - kann man die entferntesten Winkel der Erde erreichen. Dort sei es dann notwendig, diese Programme - auch vorbei an den bestehenden kulturellen, politischen Bedingungen - den jungen Menschen nahezubringen und sie zu bewegen, eine Neue Weltordnung aufzubauen. An einer Stelle dieser Studie wird erwähnt, daß die Umweltpolitik für das Transportieren dieser Gedanken sein müsse, und das sei nun ganz offensichtlich, daß die ständig wachsende Zahl von Menschen schon zu erheblicher Beeinträchtigung der Natur und der Umwelt geführt habe. „Die globale Abkühlung sei ja wohl nicht mehr zu bestreiten", unterschreibt Henry Kissinger mit Überreichung dieser Studie eine Aussage, die heute genau gegenteilig zur Erreichung der gleichen Ziele vorgetragen wird. Hinter allem steht eine bestimmte Ideologie, ein bestimmtes Menschenbild. Es gilt, die Herrschaft des Menschen als des Herrn seines eigenen Schicksals zu errichten; es sei an der Zeit, die Gesetze der Natur zu überwinden (Club of Rome etc.). Die Vorstellung, den Menschen zu schaffen, gibt es, seitdem der Mensch existiert, und sie konkretisierte sich im letzten Jahrhundert immer mehr mit den Erkenntnissen im Bereich der Molekularstruktur des Körpers, der Zelle, der Gene; nicht erst seit 1962 eine Internationale Gruppe von führenden Wissenschaftlern in London tagte und sich überlegt hat, „wie der Mensch genetisch verbessert werden könnte". In den Debatten, die dort geführt wurden und an denen auch Pincus, der ‘Vater’ der Pille, teilnahm, kam man zu der Erkenntnis, daß das Ganze nicht mit der Religion, insbesondere nicht mit der katholischen, durchzuführen sei. Man sagte, man müsse irgendeinen Ersatz dafür schaffen. Die Vereinten Nationen als Leib Christi Robert Muller, langjähriger stellvertredender Generalsekretär der Vereinten Nationen, hat in seinen Schriften berichtet, daß es in den Vereinten Nationen schwer war, über Gott und Glauben zu sprechen, aber daß Fragen der Spiritualität bei den Vereinten Nationen, die bemüht ist, die Religionen in der Welt zusammenzuführen, immer eine große Rolle gespielt haben. Er selbst habe stets ein Bild vor Augen, das er einmal gesehen habe: Christus, vor dem Gebäude der Vereinten Nationen stehend, anklopfend und Einlaß begehrend. Er sähe lieber ein anderes Bild, nämlich die Vereinten Nationen als Leib Christi. Das war sicher einer der Gründe, die Otto von Habsburg veranlaßt haben, mehrfach die Frage zu stellen, ob die UNO nicht irgendwo eine Blasphemie sei. Sie war bisher die einzige Institution, die in ihren Grundsatzpositionen keinen Bezug auf Gott nimmt. Wenn Sie dann von verschiedenen Politikern, z.B. Helmut Schmidt, lesen, Entwicklungspolitik muß an Familienplanung geknüpft werden, und das muß auch gegen den Widerstand der katholischen Kirche erfolgen, die dabei ausgeschaltet werden muß, und wenn Sie sehen, was bisher schon erreicht worden ist, dann können Sie sich in etwa aus diesen unendlich vielen Facetten das Bild zusammenfügen, das sich kurz und knapp formulieren läßt: Unser Schöpfungsauftrag lautet „Wachset und mehret euch und machet euch die Erde untertan". Aus den Schriften der Vereinten Nationen und der Familienplanungsorganisationen ist herauszukristallisieren: Hört auf, euch zu vermehren, schließt einen Friedensvertrag mit der Natur, ordnet euch der Natur unter. Die Ökologie steht über dem Menschen. Aber all das ist eben nicht christlich und kann von uns nicht mitgetragen werden. Roland Rösler 20.04.2001 (Vom Referenten durchgesehene und überarbeitete Tonbandabschrift eines Vortags in Kevelar) Weitere Informationen zum Thema finden Sie in den Veröffentlichungen des Referenten: - Der Menschen Zahl - oder das zerstörte Sodom ist Euer Land, Christiana Verlag, CH Stein am Rhein, 1989, ISBN 3-7171-0922-7 - Der Dämon des Thomas Robert - oder Was heißt hier Überbevölkerung?, derscheider Verlag, Abtsteinach, 1997, ISBN 3-930533-04-9 |