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CDL - News
Demographische Veränderungen in der EU
Älter - Weniger - Bunter
Alle zwei Jahre veröffentlicht die Europäische Kommission einen
Demografie-Bericht (1). Dieser enthält die neuesten Fakten und
Zahlen, mit denen die Mitgliedstaaten die Herausforderungen des
demografischen Wandels beurteilen sollen. Der Schwerpunkt des
Berichts liegt in diesem Jahr auf „Mobilität“ und „Migration.“
Vorgelegt wurde er zur Themenwoche „Europa für Familen – Familien
für Europa“, die die ungarische Präsidentschaft zur
Sensibilisierung für Bevölkerungsfragen initiert hat. Der Bericht
zeigt eine geringfügige Zunahme der Geburtenziffer, aber auch einen
Anstieg der Lebenserwartung. So wird die Zahl der Menschen, die
älter als 60 Jahre sind, jedes Jahr um 2 Millionen steigen.
Diese Ergebnisse überraschen niemanden – denn sie sind bereits seit
vielen Jahren bekannt, und das nicht nur engagierten
Lebensschützern. Bereits vor 25 Jahren titelte „Die Welt“ „Droht
uns die politische Alters-Sklerose" (3) am 02. Februar 1988 und
fragte: "Werden die Folgen des Bevölkerungsrückganges
unterschätzt?" Auch fast 25 Jahre nach dieser Titelschlagzeile
werden nicht nur die Folgen des Bevölkerungsrückgangs unterschätzt,
sondern seine Ursachen ignoriert. Im „Altersheim“ Deutschland
werden jedes Jahr 110.000 Kinder im Mutterleib getötet. In 25
Jahren über 2,5 Mio. Menschen, von denen die ersten jetzt bereits
wieder Kinder hätten, die in die Grunschule gehen würden – dürften
sie denn leben.
Aber auch die EU hat aus der demographischen Entwicklung, für die
sie bereits 2006 in einem "EU policy paper" fünf
Schlüsselpositionen identifiziert hat, um auf die sich
abzeichnenden Veränderungen durch die Bevölkerungsstruktur zu
reagieren, nichts gelernt. László Andor, der für Beschäftigung,
Soziales und Integration zuständige EU-Kommissar, zur informellen
Ministertagung zum Thema Demografie und Familienpolitik in
Budapest, erklärte zwar anlässlich der Vorstellung des neuen
Berichts im Frühjahr 2011: „Die Lebenserwartung steigt, die Zahl
der Arbeitskräfte in Europa hingegen sinkt, und zwar in einigen
Mitgliedstaaten sogar rasant. Wir müssen unsere Politik darauf
abstimmen und dafür sorgen, dass Eltern Familie und Beruf besser
miteinander in Einklang bringen können. Außerdem müssen wir die
europäischen Bürger und Bürgerinnen durch entsprechende Maßnahmen
ermutigen, länger im Arbeitsleben zu bleiben.“
De facto werden aber nicht nur frühere Fehlentscheidungen des
EU-Parlaments nicht nur nicht ausgebessert, sondern es werden neue
„Skandalentscheidung" hinzugefügt. So hat der Europaabgeordnete
Martin Kastler (CSU) die Annahme von zwei Berichten durch das
Europäische Parlament am 8. März in Straßburg gerügt. Diese
Berichte „erklären Abtreibung unverhohlen zu einer Methode der
Familienplanung und der Verhütung". Der Bericht Estrela zum „Abbau
gesundheitlicher Ungleichheiten in der EU“ und der Bericht
Nedelcheva zur „Gleichstellung von Frauen und Männern in der EU"
seien „haarsträubend".
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Ergänzende Information
1. Demographic Change in the EU
http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=502&langId=en
2. Neuer demografischer Bericht:
EU-Bevölkerung wird älter und vielfältiger
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/391&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=de
3. siehe auch "Jung und Alt in Deutschland"
http://archiv.cdl-online.org/leben/abtrei/graf-1.htm
4. ZENIT - ZG11030905 - 09.03.2011
http://www.zenit.org/article-22704?l=german
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