Realität holt Merkel und Schavan schon nach drei Tagen ein     

07.12.07 
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Realität holt Merkel und Schavan schon nach drei Tagen ein
  
Es gibt noch "viel Raum diesseits des Rubikon" (Johannes Rau) - Ethisch unbedenkliche iPS-Zellen schon heute erfolgreicher als "therapeutisches Klonen" je war - Stammzellforschung ohne Embryonenverbrauch fortsetzen
  
Zum weltweit ersten erfolgreichen Einsatz der neuartigen induzierten pluripotenten Stammzellen aus Hautzellen (iPS-Zellen) bei der Heilung von Sichelzellenanämie an Labormäusen erklärt die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr:
 
Nach drei Tagen bereits hat die Realität Bundeskanzlerin Merkel und Bundesforschungsministerin Schavan eingeholt, die noch am Montag mit beispielloser Härte und kräftiger Mithilfe der Parteitagsregie eine klare Stellungnahme der CDU gegen eine Verschiebung des Stichtages im Stammzellgesetz verhindert hatten.
 
Nach der heute vorgelegten Studie sind die erst seit letztem Jahr bekannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) bereits jetzt weitaus erfolgreicher als alle Ansätze mit embryonalen Stammzellen, die uns seit acht Jahren als Wege zum "therapeutischen Klonen" verkauft werden. Die Studie zeigt erneut das mögliche therapeutische Potential dieser ethisch unbedenklichen, patienteneigenen Zellen, für die keine Embryonen getötet werden müssen.
 
Bezeichnenderweise kam diese Studie unter der Leitung von Rudolf Jaenisch zustande, früher ein engagierter Verfechter der Nutzung embryonaler Stammzellen.
 
Damit erweist sich schon jetzt, daß der Beschluß des CDU-Parteitages kurzsichtig ist und keinen Bestand haben wird.
 
Die CDL fordert daher die Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf, sich weiterhin entschieden gegen eine Ausweitung des Importes menschlicher embryonaler Stammzellen und der damit mittelbar verbundenen Gefährdung des hohen deutschen Schutzniveaus für menschliche Embryonen einzusetzen.
 
Deutschland muß im Interesse der Patienten seinen Spitzenplatz bei der Forschung und Therapie mit adulten Stammzellen behaupten und ausbauen. Zugleich sind mit den erst kürzlich nachgewiesenen pluripotenten menschlichen iPS-Zellen sowie mit pluripotenten menschlichen Stammzellen aus Nabelschnurblut und Fruchtwasser weitere vielversprechende Bereiche der Grundlagenforschung mit pluripotenten menschlichen Zellen eröffnet, welche keinen ethischen Bedenken begegnen und keinen Verboten des Embryonenschutzgesetzes oder des Stammzellgesetzes unterliegen - es gibt noch immer "viel Raum diesseits des Rubikon", wie Bundespräsident Johannes Rau schon 2001 erkannt hatte.



Was für ein Parteitagsecho auf den CDU Parteitag von Hannover: 
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Casdorff im "Tagespiegel" haut die Grundsatztreue der CDU in die Pfanne und erkennt die zunehmende Annäherung von Kirche und GRÜNEN
Wozu noch das C?
Christlich sind die Grünen, nicht die CDU. Die katholischen Bischöfe werden es ihr zeigen
Von Stephan-Andreas Casdorff
6.12.2007 0:00 Uhr
 Und Kardinal Meisner hat doch recht. In diesem Fall. Man sollte der CDU das "C" für Christlich aberkennen. Man sollte ihr die Behauptung verbieten, sie mache Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Bei der wichtigsten Gelegenheit, bei der Abstimmung über das Grundsatzprogramm, stimmt die Demokratische Union einer Stammzellregelung zu, die der Ausverkauf ihrer ethischen Grundsätze ist. Hauptsache, der Forschung geht's gut?
 Ja, man kann so denken. Ja, man darf so handeln. Ja, man kann sagen: Das ist der Fortschritt. Aber mit der CDU hat das nichts zu tun. Dagegen viel mit kalter Parteitagsregie, damit das gewünschte Ergebnis herauskommt, die Verschiebung des Stichtags für den Import embryonaler Stammzellen von 2002 auf 2007. Die Rednerliste sagt doch alles!
Die Delegierten, die unterlegen sind, werden es sich merken. Die katholische Kirche, die brüskiert ist, wird es nicht vergessen. Die Wähler, die - zumeist katholisch - in der CDU noch eine Partei sahen, die bewahrt, was zu bewahren sich lohnt, werden es vergelten.
Wer das neue Grundsatzprogramm nicht ernst nimmt, für den ist die Sache auch nicht ernst. Wem aber wichtig ist, was eine Partei an Grundsätzen formuliert, dem schlägt das Ergebnis vor den Kopf. Wie oft ist von Menschenwürde die Rede, vom christlichen Menschenbild - als es darauf ankam, wurde dagegen entschieden


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Ein hessischer Bischof tobt - in Hessen sind am 27. Januar 2008 Landtagswahlen.
Kirche übt scharfe Kritik an CDU-Parteitagsbeschluss
Fulda (KNA) Der Parteitagsbeschluss der CDU zur Stammzellgesetzgebung ist auf scharfe Kritik der katholischen Kirche gestoßen. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen sprach in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den örtlichen Bundestagsabgeordneten Michael Brand von einem "Skandal" und einem Widerspruch zum im neuen Grundsatzprogramm formulierten christlichen Menschenbild. "Ich vermute, weder die Kanzlerin Merkel noch die Forschungsministerin Schavan wissen, was sie damit in Gang gebracht haben", so Algermissen.


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Mariam Lau von der "Welt" streut Pfeffer in wunde Punkte
5. Dezember 2007, 04:00 Uhr
Von Mariam Lau
Union der Harmonie-Süchtigen
Die CDU hat bei ihrem Parteitag in Hannover mutlos eine echte Auseinandersetzung vermieden
Hannover - Schwer zu sagen, für wen die La-Ola-Welle am Ende des CDU-Parteitags in Hannover gedacht war. Vielleicht wollte sich der Parteivorstand ein wenig selbst gratulieren, wenn's schon niemand anders tut: Ein neues Grundsatzprogramm ist durchgekommen, mit vielen bunten neuen und alten Werten, die vertagte Wahlanalyse von 2005 hat man sich ein weiteres Mal erspart, und die wesentlichen Kontroversen sind erfolgreich kanalisiert beziehungsweise auf Uhrzeiten verlegt worden, an denen sie niemanden mehr beschädigen.
 So geschehen mit der Debatte über den Umgang mit embryonalen Stammzellen. Sie begann, als am Montagabend Hunderte von Delegierten bereits zum gemütlichen Teil des Abends, dem Niedersachsen-Empfang übergegangen waren. Gegner des Leitantrags, die schwere ethische Bedenken gegen die von Bundesforschungsministerin Annette Schavan geforderte Verlegung des Stichtags haben (die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner warnte vor einer "ethischen Wanderdüne"), sahen sich plötzlich einer schnell zusammengetrommelten Schar von Kontrahenten aus dem Parteivorstand gegenüber, zu denen sich schließlich auch die Bundeskanzlerin gesellte....


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Im "Ärzteblatt": Schavan "verteidigt" ihre Position - die doch gerade siegreich war
aerzteblatt.de 5. Dezember 2007
Politik Schavan verteidigt ihre Position zur Stammzellforschung
Osnabrück - Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ihre Position verteidigt, den Stichtag für den Import menschlicher embryonaler Stammzellen von 2002 auf 2007 zu verlegen. Zugleich räumte sie am Dienstagabend in Osnabrück ein, sich "in einem ungewöhnlichen ethischen Dilemma" zu befinden. Sie gehöre zu denen, die dauerhaft keine Stammzellforschung wollten.


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Woratschka vom "Tagesspiegel" glaubt nicht an die "einmalige" Verschiebung des Stichtages, und er läßt es uns merken - er setzt das mit spitzen Fingern in Anführungsstriche: "einmalig".
Streit über Forschung mit Stammzellen
Rainer Woratschka
6.12.2007 0:00 Uhr
Berlin - Im Prinzip hatten alle nur auf die CDU und deren Parteitagsvotum gewartet. Jetzt könne man loslegen mit dem Unterschriftensammeln, heißt es unisono bei den Initiatoren der Gruppenanträge zum Thema Stammzellforschung. Drei gibt es davon inzwischen, und sie spiegeln ziemlich exakt das Meinungsspektrum der Abgeordneten zum Umgang mit embryonalen Stammzellen wider.


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http://www.pr-inside.com/de/unwahrhaftigkeit-und-prinzipienlosigkeit-r335983.htm
Kardinal Meisner wirft Schavan Prinzipienlosigkeit vor «Unwahrhaftigkeit» und «Prinzipienlosigkeit»
06.12.2007 18:30:33 - Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) wegen ihrer Haltung zur Stammzellforschung scharf kritisiert.
Köln (ddp). Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) wegen ihrer Haltung zur Stammzellforschung scharf kritisiert. Im «Kölner Stadtanzeiger» (Freitagausgabe) warf Meisner der Ministerin «Unwahrhaftigkeit» und «Prinzipienlosigkeit» vor und bezichtigte sie eines «Missbrauchs des Wortes ´katholisch´ für eine von durchsichtigen Forschungsinteressen motivierte Kampagne».
Meisner bemängelte, dass sich Schavan «für eine vermehrte Nutzung embryonaler Stammzellen eingesetzt» und dabei ihre Eigenschaft als katholische Theologin in die Waagschale geworfen habe. Mit ihrer Position habe sich Schavan auf dem CDU-Parteitag in Hannover «nicht nur gegen viele Delegierte gewandt, die aus christlicher Überzeugung gegen eine solche Aushöhlung des Lebensschutzes sind, sondern sich auch eindeutig gegen die Position der katholischen Kirche gestellt», zitiert die Zeitung Meisner.


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Rheinische Post
07.12.2007 | 10:52 Uhr
http://www.presseportal.de/print.htx?nr=1098675
Kardinal Lehmann warnt Bundestag vor Lockerungen bei der Stammzellforschung
Distanzierung von CDU-Parteitagsbeschluss
Düsseldorf (ots) - Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, hat den Bundestag energisch vor einer Verschiebung des Stichtags zur Stammzellforschung an Embryonen gewarnt. "Es geht nicht um eine bloße Terminfrage oder eine Verschiebung im Kalender - es geht bei der Frage nach der Forschung mit embryonalen Stammzellen letztlich darum, ob man menschliches Leben zu Forschungszwecken töten darf. Und hier sagen wir klar: Nein", erklärte Lehmann in einem Interview der "Rheinischen Post" ...