EU-Parlamentarier - Legalisierung der Abtreibung in Südamerika    
26.11.05

EU-Parlamentarier wollen zur Legalisierung der Abtreibung in Südamerika beitragen

BRÜSSEL, 23. November 2005 (ZENIT.org).- Vom 1. bis zum 10. Dezember wird eine EU-Delegation die südamerikanischen Staaten Brasilien und Peru besuchen, um "die Realität sexueller und reproduktiver Rechte in Lateinamerika sowie den Einfluss der katholischen Kirche auf diese Politiken" zu erkunden. Die Reise erfolgt auf Anregung des Intereuropäischen Parlamentarier-Forums für Bevölkerung und Entwicklung (IEPFPD) sowie der "Katholiken für eine freie Wahl" ("Catholics for a Free Choice", CFFC), zwei Gruppen, die für das vermeintliche "Recht" auf Abtreibung eintreten. Erklärtes Ziel ist es, in diesen beiden Staaten zur Legalisierung der Abtreibung beizutragen.

Die Reise biete Gelegenheit, mit Regierungsvertretern, Parlamentarien sowie verschiedenen Gruppierungen zusammenzutreffen, die "die reproduktive Gesundheit fördern", heißt es in einem Schreiben, das zur Reise einlädt. In den Gesprächen werde man sich vor allem darauf konzentrieren, "den Einfluss der Religion in dieser Frage" zurückzudrängen.

Gegenüber ZENIT erklärte Riccardo Cascioli, Leiter des Studienzentrums für Bevölkerung, Umwelt und Entwicklung, dass diese Reise Teil einer "groß angelegten internationalen Kampagne" sei, die dazu diene, "Druck auf jene Länder auszuüben, in denen die Abtreibung verboten oder eingeschränkt erlaubt ist. Lateinamerika ist das Hauptziel dieser Mobilmachung, denn es ist der einzige Kontinent, wo Abtreibung noch weitgehend verboten ist."

Als Beispiel für ein Projekt, das innerhalb dieser Kampagne verfolgt wurde, führte Cascioli unter anderem die Bestrebungen zur Legalisierung der Abtreibungen in Kolumbien an, die von der Schwedischen Vereinigung für Sexualerziehung (RFSU), der schwedische Zweigstelle der Internationalen Vereinigung geplanter Elternschaft ("International Planned Parenthood Federation", IPPF), sehr unterstützt worden sei.

"Der Angriff auf die katholische Kirche ist dabei etwas Grundlegendes", sagte Cascioli über die Strategie der Abtreibungsbefürworter. "Man wirft ihr vor, Einfluss auszuüben und die Genehmigung von Gesetzen, die die Abtreibung fördern, zu verhindern."

Das Intereuropäische Parlamentarier-Forum für Bevölkerung und Entwicklung wurde im Jahr 2000 gegründet, um die EU-Abgeordneten dazu zu bewegen, das "Recht" auf Abtreibung auf internationaler Ebene zu stärken. Zu den großzügigsten Unterstützern dieser Einrichtung gehören die IPPF, der UN-Bevölkerungsfond UNFPA und die Europäische Kommission. "Bedauerlicherweise ist das nichts Überraschendes", kommentierte Cascioli diese Tatsache. "In den vergangenen Jahren hat die EU-Kommission die finanziellen Mittel zur Unterstützung von Programmen, die 'reproduktive Gesundheit' in Europa und der ganzen Welt fördern, verdreifacht. Aufgewendet werden dabei auch Gelder, die für Zusammenarbeit und Entwicklung bestimmt sind."
ZG05112305