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Entwicklung der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050
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| 11.04.05 Die Entwicklung der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 UNO: 5,3 aller 6,5 Milliarden Menschen leben in den wenig entwickelten Regionen der Erde, problematische Veralterung droht NEW YORK, 11. April 2005 (ZENIT.org).- 6,5 Milliarden Menschen bevölkern gemäß aktuellen Schätzungen unsere Erde. Für das Jahr 2050 rechnet man aufgrund des anhaltenden langsamen Weltbevölkerungswachstums mit rund 9,1 Milliarden. Diese Zahlen wurden Ende Februar von der Bevölkerungsabteilung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen vorgelegt. Aus der Studie, die den Titel "Voraussichtliche Größe der Weltbevölkerung: Überarbeitungen anhand der Zahlen aus dem Jahr 2004" trägt, geht unter anderem hervor, dass die Bevölkerung fast ausschließlich in den weniger entwickelten Regionen wachsen wird. Dort leben zurzeit 5,3 Milliarden Menschen, im Jahr 2050 sollen es 7,8 Milliarden sein. Die Bevölkerungszahl in den stärker entwickelten Regionen soll unverändert bei 1,2 Milliarden Menschen stagnieren. Die in der Studie angestellten Berechnungen zeigen somit, dass gegenwärtig 95 Prozent des Weltbevölkerungswachstums in der Dritten Welt stattfindet. Für die Zukunft legt die UNO mehrere Projektionen vor: Nach der wahrscheinlichsten Variante soll bis 2050 die Bevölkerung der stärker entwickelten Länder jährlich langsam aber stetig um etwa eine Million Menschen abnehmen und die der Länder der Dritten Welt jährlich um 35 Millionen zunehmen. Abhängig seien diese Schätzungen des künftigen Bevölkerungswachstums allerdings von der tatsächlichen Entwicklung der Geburtenziffern, betont die Studie. Die gegenwärtige globale Fruchtbarkeitsrate liege bei 2,65 Kindern pro Frau und sei somit etwa halb so hoch wie die Rate vor 50 Jahren. Für das nächste halbe Jahrhundert wird bei der mittleren Schätzung ein weiteres Absinken der globalen Fruchtbarkeitsrate auf 2,05 Kinder pro Frau angenommen. Rechnet man allerdings gemäß einer alternativen Berechnungsvariante pro Frau mit einem halben Kind mehr (2,55), so ergibt sich im Jahr 2050 eine Weltbevölkerung von 10,6 Milliarden. Wendet man die dritte vorgestellte Alternative an, bei der ein halbes Kind abgezogen wird (1,55), kommt man bis zur Mitte des Jahrhunderts auf eine Bevölkerung von 7,6 Milliarden. Große demographische Unterschiede Ein rasches Bevölkerungswachstum wird voraussichtlich in Staaten wie Afghanistan, Burkina Faso, Burundi, Tschad, Kongo, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Mali, Niger und Uganda stattfinden. Wie ungleich das Wachstum in den verschiedenen Regionen voraussichtlich sein wird, manifestiert sich an der Projektion, der zufolge in den nächsten 45 Jahren nur neun Länder für die Hälfte der erwarteten Bevölkerungswachstums auf der Welt verantwortlich sein werden: Indien, Pakistan, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Bangladesch, Uganda, die Vereinigten Staaten, Äthiopien und China. Auch zwischen den Entwicklungsländern erkennt der Bericht auffallende Unterschiede: In den Jahren 2000 bis 2005 betrage die Fruchtbarkeitsrate in 35 der 148 Entwicklungsländer über 5 Kinder pro Frau, aber in 23 Entwicklungsländern – diese stellen 25 Prozent der Weltbevölkerung – habe die Fruchtbarkeit bereits ein Niveau erreicht, das unter dem Regenerationspegel liegt. Zu diesen Ländern wird auch China gezählt (1,7 Kinder pro Frau Im Zeitraum 2000-2005). In den 44 entwickelten Ländern der Erde, in denen 19 Prozent der Menschen beheimatet sind, betrage die Geburtenziffer zurzeit 1,56 Kinder pro Frau. In 15 Ländern, vor allem in Süd- und Osteuropa, liege die Fruchtbarkeitsrate jetzt unter 1,3 Kindern pro Frau – diese Zahlen seien "beispiellos in der Geschichte der Menschheit", betont der Bericht. Der Geburtenrückgang in den am meisten entwickelten Ländern der Erde sei seit der Zeit zwischen 1990 und 1995 der Regelfall. Die wenigen verzeichneten Zunahmen – etwa in Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten – seien gering, heißt es. Dennoch rechnen die Vereinten Nationen mit einer Umkehrung dieser rückläufigen Tendenzen und projizieren einen langsamen Zuwachs auf 1,84 Kinder pro Frau für die Jahre 2045 bis 2050. Doch selbst wenn diese Annahme eintreffen sollte, würde die Bevölkerung in 51 Ländern der entwickelten Welt im Jahr 2050 niedriger sein als heute, im Jahr 2005. Zu diesen Ländern zählen Deutschland, Italien, Japan, die baltischen Staaten und die meisten Mitgliedsländer des "Commonwealth of Independent States", des ehemaligen britischen Commonwealth. Lebenserwartung steigt nicht überall Als eine der markantesten Veränderungen der letzten Jahrzehnte wird die höhere Lebenserwartung angeführt. Jene Menschen, die zwischen 1950 und 1955 geboren sind, hätten ein Durchschnittsalter von nur 46 Jahren erreicht. Den in den Jahren 2000 bis 2005 geborenen Menschen wird nun ein Durchschnittsalter von 65 Jahre vorhergesagt. Man erwartet, dass die Lebenserwartung weiter steigen wird und in den Jahren 2045 bis 2050 bei einem Alter von 75 Jahren liegen könnte. Die durchschnittliche Lebenserwartung in den besser entwickelten Regionen soll von gegenwärtig 75 Jahren bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 82 Jahre ansteigen. Für die Dritte Welt als Ganzes wird ein Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung von zurzeit knapp unter 66 Jahren auf 76 Jahre bis zur Jahrhundertmitte projiziert. In den am wenigsten entwickelten Ländern, in denen zurzeit die Lebenserwartung knapp unter 50 Jahren liegt, rechnet man für den Zeitraum von 2045 bis 2050 mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 66 Jahren. Die große Unbekannte in diesen Rechnungen ist aber die Rate der HIV/AIDS-Infektionen. Die projizierten Zunahmen der in der Studie berücksichtigten Entwicklungsländer seien "von der Durchführung wirksamer Programme zur Prävention und Behandlung von HIV/AIDS abhängig", wird unterstrichen. In der am meisten betroffenen Region, dem südlichen Afrika, sei die durchschnittliche Lebenserwartung, die in den Jahren zwischen 1990 und 1995 noch 62 Jahre betrug, im Zeitraum von 2000 bis 2005 auf 48 Jahre gesunken. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts soll sie bis zu 43 Jahren weiter sinken, eher anschließend eine langsame Erholung eintreten könnte. Diese Berechnungen geben Grund zur Annahme, dass das Bevölkerungswachstum in dieser Region zwischen 2005 und 2020 zum Stillstand kommen wird. Die höhere Sterblichkeit, teilweise auf Grund von HIV/AIDS, ist auch in der Russischen Föderation oder den GUS-Staaten sowie in Osteuropa problematisch. In der zuletzt genannten Region lag die Lebenserwartung im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 bei 66,6 Jahren. In den 1955 bis 1960 habe sie noch 67,2 Jahre betragen. Vergreisung der Weltbevölkerung Die Kombination von Geburtenrückgang und Anstieg der Lebenserwartung wird in den nächsten Jahrzehnten dazu führen, dass sich die Zahl der 60-jährigen und älteren Personen voraussichtlich von 672 Millionen im Jahr 2005 auf beinahe 1,9 Milliarden im Jahr 2050 fast verdreifachen. Und dies, so heißt es in der Studie, sei nicht nur ein Phänomen der reicheren Nationen. Gegenwärtig sollen sogar sechs von zehn Senioren in den Entwicklungsländern leben. Bis zum Jahr 2050 werden es voraussichtlich acht von zehn sein, so die Studie. Eine noch signifikantere Zunahme wird bei der Zahl der ältesten Menschen erwartet, jene Menschen also, die das 80. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben. Gegenwärtig leben weltweit 86 Millionen solcher Personen, im Jahr 2050 sollen es 394 Millionen sein. Für die Entwicklungsländer wird projiziert, dass diese Personengruppe von zurzeit 42 Millionen auf 278 Millionen anwachsen wird. Wenn auch die absolute Zahl der älteren Menschen in den Entwicklungsländern größer ist, so wird die dramatischste Alterung der Gesellschaft hinsichtlich des Anteils der Älteren an der Gesamtbevölkerung vor allem in den entwickelten Ländern spürbar und problematisch werden. In diesen Nationen sind gegenwärtig 20 Prozent der Bevölkerung 60 Jahre alt oder älter. Bis zum Jahr 2050 werden es voraussichtlich 32 Prozent sein. Der Anteil der älteren Bevölkerung ist in den entwickelten Ländern schon heute größer als der Anteil, den die Kinder im Alter von 0-14 ausmachen. Für 2050 wird damit gerechnet, dass zwei ältere Menschen auf ein Kind kommen werden. In der Dritten Welt wird nach den Projektionen der Studie der Anteil der 60-jährigen und älteren Menschen von 8 Prozent (2005) auf beinahe 20 Prozent (2050) steigen. Diese Projektionen und die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigen, wie falsch die in den vergangenen Jahren verbreiteten Prophezeiungen über eine bevorstehende, durch die so genannte "Bevölkerungsexplosion" hervorgerufene Katastrophe waren. Erzbischof Celestino Migliore, der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, ging am 24. Februar in einer Ansprache auf das Thema Bevölkerung und Entwicklung ein. "Eine kluge und wahrhaft menschliche Bevölkerungspolitik", sagte er vor den versammelten Vertretern der UN-Mitgliedsstaaten, "wird die Menschen achten, denen zu dienen sie bestimmt ist, um der Entfaltung des Menschen willen." Das bedeute vor allem, die Menschen und ganz besonders die Frauen zur Eigenverantwortung zu führen und ihre Freiheit zu respektieren. ZGP05041102 |