Löhr: Klonforscher betreibt Vernebelungstaktik     
07.09.05

Klonforscher betreibt Vernebelungstaktik
„Eher wird ein Baby geklont als ein Kranker geheilt“

Münster, 05.09.2005 – „Entgegen den jüngsten beschwichtigenden Äußerungen des koreanischen Klonforschers Shin Yong Moon ebnet das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken sehr wohl den Weg zur Erzeugung geklonter Babys“, erklärt Mechthild Löhr, Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) zu den aktuellen Äußerungen des südkoreanischen Klonforschers Shin Yong Moon über die angeblich technische Unmöglichkeit reproduktiven Klonens.

„Klonen bleibt Klonen. Es gibt, wie allen Fachleuten bekannt ist, keinen kategorischen Unterschied zwischen Forschungsklonen und reproduktivem Klonen“, betont Löhr. „Wenn der koreanische Klonforscher Moon behauptet, technische Hindernisse, geringe Erfolgsraten und zu wenige Eizellspenderinnen machten das reproduktive Klonen zur Zeit unmöglich, lenkt er nur davon ab, daß bei beiden Varianten des Klonens exakt dieselbe Technik im Spiel ist, nämlich das Verfahren, mit dem auch das Klonschaf Dolly erzeugt wurde“, so Löhr weiter. Interessanterweise seien ja sowohl Moon als Ian Wilmut, Dollys Erzeuger, beide Tiermediziner, die über die Klontechnik in die Humanmedizin gekommen sind. Moons bisherige Klonexperimente befaßten sich hauptsächlich mit Schweineembryonen und „diesen Schwerpunkt sollte er besser auch beibehalten.“ Einen zukünftigen Engpaß bei den erforderlichen „Ei-Spenderinnen“ zu befürchten sei Augenwischerei“, so Löhr, denn schon bisher habe sich der bekannte Klonforscher auf „freiwillige“ Spenden seiner Studentinnen verlassen können. Gerade im asiatischen Raum, z.B. in China, werde staatlicherseits seit Jahrzehnten aktiv steuernd in die Reproduktionspolitik eingegriffen und Menschenrechte von Ungeborenen überhaupt nicht beachtet oder akzeptiert.

Auf einer Tagung im japanischen Kobe hatte Moon laut Presseberichten außerdem erklärt, beim Klonen sei derzeit „überhaupt nicht die Zeit, an klinische Studien zu denken“. Die Hauptanwendung embryonaler Stammzellen sehe er bis auf weiteres darin, Krankheiten zu verstehen und nicht in der Therapie. Er erwarte, Parkinson werde eines Tages die erste Krankheit sein, bei der Stammzellen tatsächlich Linderung brächten. „Ist ein Forscher glaubwürdig, der ein und dieselbe Klonmethode zu Forschungszwecken vorantreiben will, ihre Anwendung zum Klonen von Babys aber für ausgeschlossen hält? Oder weckt er nur Hoffnungen in kranken Menschen und hofft auf steigende Akzeptanz des Klonens, obwohl er in das medizinische Potential seiner eigenen Methoden kein Vertrauen hat?“ fragt Löhr. Sie zitiert den Arzt, Humangenetiker und Europapolitiker Peter Liese (CDU): „Eher wird ein Baby geklont als ein Kranker geheilt.“ 

CDL spricht sich in Übereinstimmung mit dem Deutschen Bundestag und der UN-Vollversammlung gegen jegliches Klonen menschlicher Embryonen aus. Entgegen dem Bundestagsbeschluß sind jedoch seitens der Bundesregierung, z.B. durch den Bundeskanzler und Wirtschaftsminister Clement, in den vergangenen Monaten immer wieder positive Signale für eine Zulassung von "therapeutischen" Klonen gesetzt worden.

CDL ist eine Lebensrechtsinitiative innerhalb der CDU/CSU und Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).