| Kinder
für Organentnahme gestohlen
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| 05.09.05 "Handel mit und 'Verarbeitung' von ungeborenen Kindern", lautete der Titel einer "Kleinen Anfrage" (Hessischer Landtag, Drucksache 11/415) aus dem Jahr 1984, bei der es um die "Verwendung" von Un- bzw. Neugeborenen zur Gewinnung von "Transplantationsmaterial" oder als "Rohstoffquelle" für "Stammzellen" ging. Weitere Nachfragen erfolgten und zahllose Maßnahmen, Nachforschungen, Berichte, Untersuchungen erfolgten, teilweise beschrieben in "Rohstoff Mensch" (Roland Rösler, Christiana Verlag, Stein am Rhein, CH, 1986). Immer wieder fanden die - meist heftig bestrittenen Hinweise - neue Bestätigung, - bis in unsere Tage. Ganz aktuell berichten das St. Galler Tagblatt und die Deutsche Ärztezeitung in diesen Tagen: St Galler Tagblatt 03.09.05 - online Kinder verschwinden Europaratsgesandte Ruth-Gaby Vermot: «In der Ukraine werden Kinder gestohlen» Kiew. In der Ukraine werden nach Einschätzung des Europarates Babys im Spital entwendet und für Organtransplantationen missbraucht. «Ich bin überzeugt, dass in der Ukraine tatsächlich Kinder gestohlen werden», sagte die Berichterstatterin des Europarates, die Berner SP-Nationalrätin Ruth-Gaby Vermot, gestern in Kiew. Solche Fälle seien aus mehreren Städten gemeldet worden. In den Jahren 2001 bis 2003 waren allein in Charkow vermutlich bis zu 300 Babys aus einer Klinik verschwunden. Vier Fälle belegt Bei ihren Ermittlungen konnte Vermot in vier Fällen das Verschwinden von Neugeborenen belegen. Ein weiterer Fall in Kiew sei noch nicht vollständig dokumentiert. Der Generalstaatsanwalt müsse herausfinden, zu welchem Zweck die Organe der Babys entwendet worden seien, forderte Vermot. In der Ukraine gebe es ein Netz von Verbrechern, die Neugeborene entführten und deren Organe entwendeten. Über das Schicksal der verschwundenen Kinder ist bisher nichts bekannt. Zahlreiche ukrainische Eltern hatten Anzeige erstattet, nachdem ihnen die Nachricht vom Tod ihres Neugeborenen überbracht worden war, die Ärzte den Eltern aber den Leichnam verweigerten. Nicht nur für kranke Kinder Nach Einschätzung von Vermot werden die Organe Neugeborener kranken Kindern eingepflanzt. «Solche Organe eignen sich auch für Hauttransplantationen und für die Entnahme von Stammzellen», betonte sie. (sda) --------------------------------------------------------------------------------- Deutsches Ärzteblatt 2. September 2005 Ausland Organhandel: Gesandte des Europarats bestätigt Verschwinden von Babys in Ukraine KIEW. Eine Gesandte des Europarats, die in der Ukraine Berichten über einen kriminellen Handel mit Organen von Neugeborenen und Föten nachgegangen ist, hat das Verschwinden von mindestens vier Babys in dem Land bestätigt. Sie sei überzeugt, dass in der Ukraine Neugeborene verschwunden seien, sagte die Schweizer Abgeordnete Ruth-Gaby Vermot-Mangold am 2. September gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bei ihren Ermittlungen vor Ort habe sie in vier Fällen das Verschwinden von Neugeborenen aus einem Krankenhaus in der Industriestadt Charkow belegen können. Ein weiterer Fall in der Hauptstadt Kiew sei noch nicht vollständig dokumentiert. Die Babys seien in den Jahren 2003 und 2004 verschwunden. Vermot-Mangold war am 29. August im Auftrag des Europarats in die Ukraine gereist, um deutschen Medienberichten über das mysteriöse Verschwinden der Kinder nachzugehen. Die Sozialistin, die der Parlamentarischen Versammlung des Europarats angehört, traf während ihres viertägigen Aufenthalts mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und der Regierung in Kiew sowie mit betroffenen Eltern zusammen. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat den Europarat um Hilfe bei der Bekämpfung des in der Ukraine offenbar weit verbreiteten Menschenhandels gebeten. Einem Bericht des ZDF-Frauenmagazins „Mona Lisa" vom 12. Oktober 2003 zufolge waren Ende 2002 in der Klinik in Charkow zwei Babys wenige Stunden nach der Geburt ihren Müttern weggenommen worden. Angestellte des Krankenhauses erklärten, die Kinder seien bei der Geburt gestorben. Den Eltern wurde jedoch nie gestattet, die Leichname zu sehen. Auf der Abfalldeponie der Klinik wurden laut „Mona Lisa" später mehrere Föten und Leichen von Neugeborenen gefunden, denen Organe entnommen worden waren./afp |