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"Suizid ist immer eine Verzweiflungstat und kann nicht vorbildlich sein."
Zum Selbstmord von Gunter Sachs mahnt die Bundesvorsitzende der
Christdemokraten für das Leben, Mechthild Löhr:
" Suizid ist immer eine Verzweiflungstat und kann nicht vorbildlich
sein. Der Suizid von Gunter Sachs am 7. Mai 2011 ist mehr als nur
eine tragische Privatangelegenheit. Durch die Veröffentlichung
seines Abschiedsbriefes ist daraus ein Politikum geworden, denn
Sachs wählte die Selbsttötung aus Angst vor einer möglicherweise
beginnenden Altersdemenz; er schrieb: „Der Verlust der geistigen
Kontrolle über mein Leben, wäre ein würdeloser Zustand, dem ich
mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten“. Angesichts
von 1,2 Millionen Menschen, die allein in Deutschland derzeit unter
einer manifesten Alzheimer-Demenz leiden, kann der Suizid des
Prominenten eine verheerende Signalwirkung bis hin zur Forderung
nach der Erlaubnis ärztlicher Suizidbegleitung entfalten.
Insbesondere die verfehlte Gleichsetzung von geistiger Kontrolle
und Menschenwürde darf nicht unwidersprochen bleiben. Träfe dieses
Argument zu, dann gälte es auch für Säuglinge oder Patienten im
Wachkoma. Diese Menschen haben ebenfalls keine geistige Kontrolle
über sich, trotzdem kommt ihnen stets Würde zu.
Die große Sympathie, die Gunter Sachs als unabhängiger und
eigenwilliger Persönlichkeit zu Lebzeiten genossen hat, darf nicht
posthum in eine emotionale Zustimmung zu den Umständen seines Todes
umgedeutet werden.
Das selbst bestimmte Lebensende ist eine derzeit in unserer
Gesellschaft sich ausbreitende und systematisch propagierte
Vorstellung, die teilweise illusionären Charakter angenommen hat.
Der „Freitod“ bedeutet in Wahrheit das Gegenteil von Freiheit. Er
findet in einer Situation statt, in welcher der Mensch keine andere
Möglichkeit mehr sieht, in der ihm die Wahlfreiheit gerade fehlt.
Es liegt an uns, das von Gunter Sachs gesetzte Zeichen richtig zu
interpretieren, nämlich als den verzweifelten Hilferuf eines
Menschen, der die Kontrolle über das eigene Leben zum ultimativen
Daseinszweck erhoben hatte. Es ist an der Zeit, diesen höchsten
Wert der Postmoderne angesichts seiner tödlichen Konsequenzen in
Frage zu stellen. "
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